Wie kann man sich vor Klickbetrug schützen? (Click Fraud)


Laut Bundesverband Digitale Wirtschaft eV. (BVDW) wurden für digitale Werbeanzeigen 2018 etwa 2,065 Milliarden Euro ausgegeben. Gegenüber im Vorjahr ist dies ein plus von 7%. Der grösste Teil davon wird in Form von Bannerwerbung und Textanzeigen bei Suchmaschinen geschaltet, die hauptsächlich klick-bezogen abgerechnet werden. Die populärsten Anbieter für derartige Online Werbung sind Bing Ads und AdWords. Aber auch Social Media Unternehmen wie Facebook spielen eine grosse Rolle. Es kommt dabei immer wieder vor, dass die digitalen Werbekampagnen trotz hoher Klickraten nicht erfolgreich sind. Darüber hinaus zieht die schiere Grösse der Branche schwarze Schafe geradezu an. Nicht selten könnte dann ein Klickbetrug vorliegen.

Inhalt

Click Fraud Erklärung – wofür es genutzt wird und wie es funktioniert

Sehen wir uns zu Beginn einmal an, was Click Fraud ist und wie es funktioniert. Das gilt ebenso für die Ziele, die hinter dieser kriminellen Handlung stehen.

Was ist Click Fraud?

Zu Deutsch bedeutet Click Fraud “Klickbetrug”. Unter diesem Begriff wird eine gezielte Manipulation von Abrechnungssystemen für digitale Werbeanzeigen verstanden. Sie betrifft im speziellen Textanzeigen, Bannerwerbung und auch Affiliate Links. Aber auch Videos und Social Media Posts können davon betroffen sein.

Wie funktioniert Click Fraud?

Beim Klickbetrug (Click Fraud) von Werbeanzeigen nutzen Kriminelle die Abrechnungssysteme von Werbeanbieter, die das “Pay-Per-Click” (PPC) anbieten, gezielt aus. Konkret werden die Interaktionen mit einer Werbeanzeigen künstlich gesteigert und somit ein höheres Interesse an dieser simuliert, was wiederum zu höheren Werbeausgaben beim Werbetreibenden führt. Beim PPC Marketing wird nämlich nur jeder tatsächlich getätigte Klick auf eine Werbeanzeige abgerechnet. Während der Werber also durch diesen Klickbetrug Geld verliert, kann der Webseitenbetreiber, bei dem die Werbung erscheint, mit dieser Methode eine höhere Provisionen abgreifen. Mehr Klicks = Mehr Provision.

In den meisten Fällen allerdings werden Webseiten, welche Click Fraud betreiben, von den Werbekooperationen ausgeschlossen. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, das entweder der Werbetreibende beziehungsweise der Werbeanbieter dies herausfinden und bestätigen können.

Welche Motivation oder Ziele stecken hinter Click Fraud?

Die Intention von Click Fraud beschränkt sich grundsätzlich auf zwei Bereiche. Zum einen wird der Klickbetrug zum Erschleichen von Leistungen genutzt. Da Webseiten, die Klickbetrug betrieben oftmals nach kurzer Zeit identifiziert und von der Werbekooperation ausgeschlossen werden, wird dieses Vorgehen auch dafür genutzt, um sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu erschleichen. In jedem Fall aber stehen hinter dem Klickbetrug finanzielle Interessen.

  • Mit Click Fraud höhere Provisionen für Werbung erzielen
    Einerseits steht beim Klickbetrug die Erhöhung von Provisionen im Vordergrund. Dafür werden also entweder softwarebasierte oder manuelle, von Personen durchgeführte Click-Fraud-Massnahmen angewandt, um dieses Ziel zu erreichen. Dies ist die Motivation seitens der Publisher.
  • Mit Click Fraud einen Wettbewerbsvorteil verschaffen
    Werbetreibende selbst können mithilfe von Click-Fraud-Strategien die Klickpreise von Keywords und generell die Werbeausgaben der Konkurrenz ins unermessliche steigern. Dies ist die Motivation der konkurrierenden Werbetreibenden.

Die Werbekunden zahlen die Rechnung!
Ganz egal welche Intention nun hinter der Klickbetrug-Maßnahme steht, den Schaden erleidet immer der Werbekunde. Darüber hinaus sind natürlich auch die Anbieter von digitalen Werbeplätzen, vor allem AdWords und Bing Ads, nicht von diesen kriminellen Machenschaften begeistert. Denn auf lange Sicht gesehen verlieren Werbekunden das Vertrauen in die Anbieter, wodurch auch diese Unternehmen von dieser Manipulation betroffen sind.

Klickbetrug geht meist von Konkurrenten und nicht von Werbepartnern aus
AdWords als auch Bing Ads verhängen für Klickbetrug erhebliche Sanktionen. Zum einen um sich selbst aber auch um die Werbetreibenden zu schützen. Publisher selbst gehen das Risiko erwischt zu werden nicht so oft ein, da sie für immer vom Werbeprogramm ausgeschlossen werden könnten. Konkurrenten ist dieser Aspekt zunächst einmal völlig egal. Ihnen geht es darum, einen möglichst hohen Schaden beim Mitbewerber zu erzielen, um selbst mehr Umsatz erzielen zu können. Den Klickbetrug können sie daher auf vielen verschiedenen Webseiten gleichzeitig betreiben.

Click Fraud auf Youtube, Facebook und Co.

Klickbetrug wird nicht nur auf den Werbeplätzen der Suchmaschinen oder den Werbebannern betrieben, sondern auch bei Textwerbungen auf Publisher-Webseiten. Auch Videoplattformen wie Youtube, Dailymotion oder Vimeo haben mit diesem Problem zu kämpfen. Dort werden gezielt die Aufrufzahlen (Views) auf ein Video manipuliert, um höhere Werbeeinnahmen erzielen zu können. Schliesslich bedeuten mehr Klicks auf einem Video eine höhere Reichweite und somit auch einen höheren Werbeumsatz. Die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook haben mit Click Fraud vor allem in Form von gekauften Likes und Kommentaren zu kämpfen.

Welche Click-Fraud-Techniken werden von Kriminellen genutzt?

Wie eben bereits angesprochen, kann der Klickbetrug entweder manuell oder mit Softwareunterstützung vorgenommen werden. Die am meist verbreitesten Methoden sind:

Manuelles Anklicken
Bei dieser Technik klickt der Kriminelle selbst möglichst oft auf eine geschaltete Werbeanzeige. Teilweise wird diese Aufgabe aber auch von Angehörigen oder Freunden übernommen. Durch diese Vorgehensweise entstehen allerdings nur geringe Verluste.

Manuelle Klickfarmen
Hierbei werden Werbebanner, Videos, Textanzeigen und Posts im grossen Stil von Personen angeklickt. Zu finden sind solche Klickfarmen hauptsächlich in ökonomisch schwachen Ländern, bei den die Lohnkosten sehr gering sind. Die massenhaften Klicks, die von den Mitarbeitern auf diesem Wege erzeugt werden, können bereits einen mittelschweren bis grossen Schaden anrichten.

Softwarebasierte Klick-Roboter
Anstelle einer kriminellen Person oder einer Gruppe von Mitarbeitern wird das Klicken auf Werbeanzeigen hier von einem Roboter (Bot) übernommen. Dieser kann bedeutend schneller als ein Mensch vorgehen, wodurch das manuelle Klicken überflüssig wird. Diese Technik kann bereits für schwere Schäden sorgen.

Klick-Roboter-Netzwerke
Die mit Abstand am meisten Schaden verursachende Technik sind ganze Netzwerke von Klick-Robotern. Diese sogenannten Botnetze werden mithilfe von Servern eingerichtet und können somit gigantische Klickzahlen über unzählige IP-Adresse generieren. Der hier entstehende Schaden kann sogar grosse Unternehmen in den Ruin treiben.

Manipulierte Social-Media-Gruppen und Foren
Die letzte Technik für Klickbetrug wird mithilfe von Facebook-Gruppen, Foren und Co. betrieben. Dabei werden die Nutzer und Mitglieder gezielt dazu aufgefordert, dass diese eine bestimmte Werbemaßnahme künstlich pushen sollen, um dadurch die Werbeausgaben des Werbetreibenden in die Höhe zu treiben. Es wird also gegen ein Unternehmen Stimmung gemacht.

Welche Gegenmassnahmen können gegen Click Fraud ergriffen werden?

Jede grosse Werbeplattform hat bereits Mechanismen entwickelt, um Klickbetrug so schnell wie möglich aufdecken und unterbinden zu können. Bing (Microsoft) und Google möchten mit diesen Massnahmen das Vertrauen seitens der Werbekunden langfristig sicherstellen. Schliesslich würden Werbekunden, welche überhöhte Rechnungen für schlechte Ergebnisse zahlen müssen dem Werbegeschäft unwiederbringlichen Schaden zufügen. Doch Unternehmen, welche regelmässig digitale Werbung schalten, müssen sich nicht nur auf diese Mechanismen verlassen, sondern können ebenso auch selbst aktiv werden.

Klickbetrug mit Click-Fraud-Filtern verhindern
Click Fraud lässt sich mittels automatischer oder manueller Prüfungen verhindern. Bei Google setzt man vor allen Dingen auf Online-Filter. Diese können verdächtige Muster erkennen, wenn beispielsweise die IP-Adressen nicht mit dem Datum oder der Zeit übereinstimmen. Mitarbeiter überprüfen diese Ergebnisse dann noch einmal manuell. Darüber hinaus können AdWords Kunden merkwürdiges Klickverhalten melden. Diese werden ebenso von den Mitarbeitern von Google überprüft. Sollte die manuelle Prüfung positiv sein, so wird der Werbende selbstverständlich entschädigt.

Manuell auffällige Klicks überprüfen
Die gleichen Tools, die für das Tracking einer Anzeige genutzt werden, können ebenso dafür eingesetzt werden, um ungültige Klicks identifizieren zu können. Der Verlauf der Klickzahlen auf Werbebannern lässt sich mit Google Analytics genau verfolgen. Unstimmigkeiten und Schwankungen lassen sich auf diesem Wege schnell herausfinden. Ein Indiz für Click Fraud ist, wenn wiederkehrende Klickmuster zu erkennen sind, bei denen die Webseitenbesucher in die Höhe schiessen, dennoch aber keine Conversion zu verzeichnen ist. Die Logfiles solcher auffälligen Klicks sollten dann genauer überprüft werden. Zu diesen gehören:

  • der User-Agent
  • die Zeitstempel für einen Klick sowie für Aktionen auf der Webseite
  • sowie die IP-Adresse

Wie konkret vorgegangen werden sollte
Die IP-Adresse eines Nutzers in Kombination mit den eben genannten Zeitstempeln kann dabei helfen, die betrügerischen Klicks ausfindig zu machen. Sollte also eine IP-Adresse überdurchschnittlich viele Zeitstempel verzeichnen, auf der Webseite allerdings keine weitere Handlung vornehmen, so handelt es mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Klickbetrug. In Bezug auf den User Agent können Werbetreibende feststellen, ob mehrer Benutzer ein und dieselbe IP-Adresse nutzen. Das gilt auch, wenn all diese auf das gleiche Gerät zurückführen.

Eine IP-Adresse generiert übermäßige Klicks
Ist dies der Fall, so sollte im weiteren Verlauf überprüft werden, ob diese zu einem Proxy-Server gehören. Zum Einsatz kommen diese in sämtlichen öffentlichen Netzwerken, also in Kaffees, Flughäfen, Restaurants und Universitäten. Ist immer die gleiche Absender-IP zu verzeichnen, so wird der mögliche Klickbetrug wohl mittels Proxy-Servern verschleiert. Gibt es dann noch regelmässige Muster im Nutzerverhalten so verhärtet sich der Verdacht.

Gezielt IP-Adressen sperren, um Schäden zu verhindern
Sollten IP-Adressen entlarvt worden sein, Klickbetrug zu betreiben, dann kann der Werbenetzwerk-Betreiber diese sperren. Die Werbeanzeige wird dieser IP-Adresse dann nicht mehr angezeigt und weitere Click-Fraud-Massnahmen über diese sind dann nicht mehr möglich. Um Klickbetrug allerdings von Anfang an aus dem Weg zu gehen, sollten Remarketing-Kampagnen aufgesetzt werden. Dabei wird Werbung nur an Nutzer ausgegeben, die eine bestimmte Webseite schon einmal besucht und dort eine Aktion ausgeführt hatten.

Schalten auch Sie AdWords oder Bing Ads Werbeanzeigen?

Mittels Bing Ads und AdWords können Unternehmen ihre Zielgruppe ganz genau ansprechen und somit mehr Traffic für ihr Produkt oder ihre Dienstleistung generieren. Die Voraussetzung dafür ist eine maßgeschneiderte AdWords Kampagne, die zuvor aufgesetzt werden muss. Die Online Marketing Experten von der OMGroup aus Zürich helfen Ihnen natürlich gerne dabei, erfolgreiche Werbekampagnen aufzusetzen zu begleiten. Dabei achten wir natürlich stets darauf, dass Ihr Werbebudget nicht einem Klickbetrüger in die Hände fällt. Kommunizieren Sie uns bei einem Beratungsgespräch Ihre Ziele und gemeinsam finden wir eine auf Sie und Ihr Vorhaben zugeschnittene Werbemassnahme.

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